Parodontitistherapie

Eine Parodontitis ist eine Entzündung des Knochens und Zahnhalteapparats. Diese Entzündung ist in vielen Fällen schmerzlos und wird deshalb oft von den Patienten nicht bemerkt oder als nicht therapierelevant erachtet.

Folgen einer Parodontitis sind zum einen ein unwiederbringlicher Knochenabbau, welcher zu Zahnlockerungen oder zum Zahnverlust führen kann. Aber nicht nur die Zähne sind betroffen. Auch die Komplikationsgefahr bei Schwangerschaften (z.B. Frühgeburten) erhöht sich, die Gefahr von Herzkreislauferkrankungen steigt oder ein bestehender Diabetes kann negativ beeinflusst werden. Erster Hinweis kann Zahnfleischbluten beim Zähneputzen sein, oder auch zurückgehendes Zahnfleisch sein. Deshalb sollten Sie bei einem dieser Symptome Ihren Zahnarzt aufsuchen und um Rat fragen.

Risikofaktoren für eine Parodontitis sind vor allem eine unzureichende Mundhygiene und Rauchen, aber auch Stress, verschiedene Allgemeinerkrankungen oder sogar Vererbung*.

„Eine bestehende Parodontitis kann durch eine systematische Behandlung meist zum Stillstand gebracht werden. Grundlage jeder Behandlung ist dabei die vollständige Beseitigung der verursachenden bakteriellen Plaque.“  Deutsche Gesellschaft für Parodontologie

Um zu Beginn der Behandlung die Keimlast im Mund zu reduzieren werden bis zu vier Vorbehandlungen durchgeführt, wobei besonders auf die häusliche Mundhygiene wert gelegt wird, da diese essentiell für eine erfolgreiche Therapie ist.

Anschließend erfolgt die eigentliche Parodontitistherapie meist in zwei Sitzungen. Im Einzelfall wird hierzu unterstützend ein Antibiotikum verschrieben, um auch die Bakterien im Gewebe zu erreichen.

Da eine Parodontitis eine lebenslange Erkrankung ist, ist die Arbeit jetzt noch nicht beendet. Um einen weiteren Knochenabbau langfristig zu vermeiden sind regelmäßige Recall-Termine besonders wichtig. Diese sollten nach der Therapie zunächst in einem Abstand von drei Monaten durchgeführt werden. Bei diesen Recall-Terminen wird kontrolliert, ob die Zahnpflege der Patienten noch optimal ist, oder ob eine erneute Anleitung gegeben werden muss. Außerdem werden die Zähne gründlich gereinigt und poliert, um eine erneute Bakterienbesiedlung zu erschweren.

*Neue Fakten zur Volkskrankheit Parodontitis:

Vor kurzer Zeit wurde eine aktuelle Studie veröffentlicht (2019).  Das Ergebnis: Der Faktor Vererbung spielt bei bis zu einem Drittel der Parodontitis-Fälle eine Rolle.

Die Vererbung spielt bei Rauchern eine größere Rolle. Es konnte eine höhere Erblichkeit bei  Zwillingen nachgewiesen werden, wenn beide Probanden Raucher waren. Das könne sowohl als Umwelteinfluss als auch als Erblichkeit verstanden werden, erklären die Autoren der Studie. So könne auch gleichzeitig eine genetische Neigung zu Suchtverhalten (Rauchen) vorliegen.  Um erbliche Faktoren und Umweltfaktoren voneinander zu trennen, wurden in zwei Zwillingsstudien eineiige Zwillingspaare untersucht, die voneinander getrennt aufgewachsen waren.  Der genetische Einfluss wurde hierbei  deutlich belegt. Bei Zwillingen, die in der gleichen Familie aufwachsen, könne die Umwelt als modifizierende Komponente  die Ähnlichkeit der Ergebnisse dagegen verstärken.